Sexten und seine Wurzeln
Die Geschichte des Alpinismus, Krieg und Tourismus.
Sexten blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Drei große Kapitel haben sich jedoch fest in die DNA des Dorfes eingeschrieben und prägen seine Identität bis heute: die Geschichte des Alpinismus, die Sexten zum bekannten Bergsteigerdorf werden ließ, die erschütternde Zeit an der Frontlinie des Ersten Weltkriegs und die stete Entwicklung hin zur modernen Urlaubsdestination seit Mitte des letzten Jahrhunderts. Verschiedene interaktive Ausstellungen, Themenwege und Museen erzählen die Geschichte Sextens und sensibilisieren für die Themen der Zeit.
- Die Sextner Alpingeschichte nimmt ihren Anfang mit den legendären Erstbesteigungen von 1869 bis 1890 – und ist noch längst nicht zu Ende erzählt. Immer wieder werden neue Rekorde aufgestellt. Wenn es zunächst um die reine Besteigung eines Gipfels ging, drehte sich schon bald alles um Schnelligkeit und Technik. In den vergangenen über 150 Jahren ging es immer wieder ums Unmögliche, ums Undenkbare. Neue, schwierigere Routen wurden geplant, die Dolomiten zum Spielfeld für Technik und Kreativität. In den 1930ern sorgten die Sextner Brüder Schranzhofer mit dem 6. Schwierigkeitsgrad für internationales Aufsehen. Die 1950er brachten extreme Direttissima-Routen mit Hilfe von Bohrhaken, 1968 gipfelte alles in der Durchsteigung des 40 Meter überhängenden Felsdachs der Westlichen Zinne – und heute heißt die Challenge „Free Solo“.
- Als Dorf an der Kriegsfront zwischen Österreich-Ungarn und Italien, war Sexten und seine Berge unmittelbarer Schauplatz des Ersten Weltkriegs. Das Dorf lag in Trümmern, Familien wurden auseinandergerissen, Soldaten kämpften in eisigen Höhen. Bis heute zeugen zahlreiche Reliquien in den Bergen von diesem düsteren Kapitel. Der ONLUS-Verein Bellum Aquilarum widmet sich der Aufarbeitung der Geschichte und macht sie erlebbar – etwa im Freilichtmuseum im Gebiet „Anderter Alpe“ auf der Rotwand, wo originale Stellungen und Schützengräben erhalten sind. Die Dauerausstellung „Unvergessen“ im Dorfzentrum erzählt vom Leben an der Gebirgsfront, von den Kämpfen am Sentinellapass, der Rotwand und dem Elfer – und von Flucht, Rückkehr ins Nichts und dem kompletten Wiederaufbau eines Dorfes.
- Es ist ohne Frage die imposante Dolomitenkulisse, die Sexten im Laufe der Zeit zu dem werden ließ, was es heute ist: ein beliebtes Reiseziel für Aktivurlauber und Panoramagenießer. Im Sommer locken die Berggipfel der Sextner Dolomiten und Hochalmen, im Winter das Skigebiet Drei Zinnen und ein weitläufiges Loipennetz. Aus dem Bergbauerndorf wurde ein Bergsteigerdorf und schließlich eine moderne Urlaubsdestination – eng verbunden mit der Geschichte des Alpinismus. Die ersten Gäste im Dorf waren weitgereiste Pioniere und Gipfeljäger auf der Suche nach Gipfelbesteigungen mit Rundum-Service. Einige klettertüchtige Sextner machten sich bald einen Namen in der Szene und investierten ihre Führlöhne in den Bau erster Hotels. So wurde die raue Dolomitenwelt für viele zugänglich. Im Tal entstanden neue Unterkünfte, Skilifte und eine Skischule, um Sexten auch im Winter attraktiv zu machen.
Made in Sexten
Welche Produkte und Spezialitäten werden in Sexten hergestellt?