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Sepp Innerkofler fiel am 4. Juli 1915 am Paternkofel. Genau 111 Jahre später lädt das Haus der Berge in Sexten zu einem außergewöhnlichen Rendezvous mit dem einstigen Visionär ein. Kein staubiger Rückblick − nein, die Sonderausstellung „Sepp 111“, die im Juli 2026 eröffnet wird, wagt einen faszinierenden Zeitsprung: Sie stellt den Pioniergeist vergangener Tage den Realitäten von heute gegenüber.
Was würde er wohl sagen, der gute alte Sepp? Wenn man heute am Fuße der Sextner Sonnenuhr steht und den Blick über das Dorf schweifen lässt, drängt sich diese Frage förmlich auf. Gemeint ist natürlich Sepp Innerkofler – Bergführerlegende, Pionier und eine Persönlichkeit, deren Name untrennbar mit den bleichen Gipfeln der Sextner Dolomiten verbunden ist. Am 4. Juli 2026 jährt sich sein Todestag zum 111. Mal. Doch wer im Haus der Berge eine klassische Rückschau auf sein Leben erwartet, wird überrascht. Die Ausstellung „Sepp 111“ wagt stattdessen ein spannendes Experiment: einen mutigen Zeitsprung.
Die Ausstellung verzichtet bewusst auf die übliche Biografie und setzt stattdessen auf Konfrontation durch Kontraste. Das Konzept nutzt die Kraft der direkten Gegenüberstellung und beleuchtet in verschiedenen Bildgruppen die tiefgreifende Entwicklung, die Sexten in den vergangenen 111 Jahren durchlaufen hat. Es ist eine visuelle Reise durch die Zeit, bei der ganze Welten aufeinandertreffen: Die einstige Muli-Logistik am Berg wird der modernen Technik gegenübergestellt. Die Stille traditioneller Sonntagsbräuche kontrastiert mit dem heutigen Freizeitbetrieb am Wochenende. Es geht um Klimawandel und Hotspots, um die Rolle der Familie, der Frau und um ein allgemeines Werteverständnis.
Besonders spannend wird es dort, wo die Ausstellung die rein dokumentarische Ebene verlässt. Sie präsentiert Sepp Innerkofler als das, was er zeitlebens war: einen Visionär. Die Besucher werden eingeladen, seine Perspektive einzunehmen: Welche innovativen Ideen oder gar Lösungsvorschläge hätte Sepp für die heutigen Herausforderungen gehabt? Wie würde er die Dynamik zwischen Menschenmassen und dem modernen Drang nach Entspannung in den Bergen bewerten? Und als Konsequenz daraus die nächste Frage: Wie wird Sexten in weiteren 111 Jahren aussehen? Die Ausstellung ist damit auch eine Einladung, einen Schritt weiter zu denken. Lasst uns gemeinsam mit Sepp einen Zeitsprung wagen. Zwischen Gestern, Heute und einem möglichen Übermorgen.
Eröffnung der Austellung am 04. Juli 2026.