Jannik Sinner
The Winner
Einer, der auszog, um zu spielen.
Rote Locken, die von einem Base-Cap in Zaum gehalten werden, die geballte Faust, ein knallharter Schlag – die Rede ist von einem Sextner, den man kennt. Jannik Sinner wird weltweit als Star der Tennis-Szene gefeiert und ist aus den internationalen Sportmeldungen nicht mehr wegzudenken. Höchste Zeit also, dem Profisportler auch „daheim“ ein Gesicht zu geben: Als einer, der hier aufgewachsen ist, der hier seine ersten Schritte machte, seine ersten Bälle schlug – und der auszog, um zu spielen. Bodenständig, bescheiden, wissbegierig. So beschreiben ihn Interviewpartner und Sportkommentatoren. Was er von diesem Hype um seine Person hält, merkt man in jeder seiner Aussagen. Freundlich und aufgeräumt spricht der Tennisprofi über seine Spiele, Ziele und Erfolge. Es hat sich längst herumgesprochen, dass er nicht immer von einer Karriere als Tennisstar geträumt hat. Ganz im Gegenteil: in seiner Kindheit sah es ganz so aus, als würde er eines Tages im internationalen Skizirkus Fuß fassen. Wie die meisten Sextner stand er bereits mit drei Jahren auf der Piste – mit dem kleinen Unterschied, dass er nur wenige Jahre später bereits zu den besten Skifahrern Italiens zählte. Tennis spielte er damals nur zum Spaß. „Beim Skifahren ist es so: wenn du in Südtirol gut bist, dann bist du auch in ganz Italien und sogar weltweit ziemlich gut. Beim Tennis ist eher das Gegenteil der Fall“, erzählte Sinner einmal im Interview. Im Alter von 14 Jahren entschied er sich dann aber doch für den „steinigeren“ Weg – und der führte an die Tennis-Akademie ins knapp 700 km entfernte Bordighera. Auch das ein Wesenszug des fokussierten Sextners. Leicht kann schließlich jeder! Ein Bergmensch eben.